Antwort auf die Frage: Teil 3 des 3D Tutorials: Aus zwei Bildern ein 3D Image erstellen, worauf basiert die Technik?

In den ersten beiden Teilen des 3D Howto haben wir die Basics über 3D gelernt und erfahren, wie wir das Ausgangsmaterial für ein 3D Bild erstellen: ein Bild für das linke, und ein etwas versetztes Bild für das rechte Auge. In diesem Teil werden wir erfahren was wir brauchen, damit das 3D Bild später jeder mit einfachen Mitteln anschauen kann.

Fazit: Teil 3 des 3D Howto erklärt Anaglyphen Bilder und gib eine kurze Einführung in die RGB-Kanäl. Damit haben wir alles was wir für ein tolles 3D Bild brauchen.

Zunächst ein paar Worte zur Technik, mit man die Bilder Betrachten kann. Ein tolles 3D Bild nützt uns nicht viel, wenn wir nicht die nötige Hardware haben, um den 3D Effekt erleben zu können. Wie im Kino, müssen wir nun dafür sorgen, dass das linke Auge auch nur das für das linke Auge bestimmte Bild sieht, und nicht das Bild fürs rechte Auge. Und natürlich anderes herum. Hier gibt es verschiedene Techniken. Zunächst kann man durch das überkreuz betrachten der nebeneinander liegenden Bilder (vom Prinzip her Schielen) den 3D Effekt sehen. Da dies jedoch erlernt werden muss eignet sich diese Technik nicht, wenn man Freunde und Bekannte mit einem 3D Bild beeindrucken will, weil die es wahrscheinlich nicht können. Daher greifen wir auf eine andere Technik zurück die jeder nutzen kann.

Anaglyphen Bilder

Diese Technik ist vielen bekannt aus den alten 3D Filmen mitte der 90iger, die man sich mit einer Pappbrille anschauen konnte. Hier waren die "Gläser" meist Grün und Rot. Heutzutage verwendet man, um eine bessere Farbtreue zu bekommen, Rot-Cyan-Brillen. Solche Brillen benötigen wir um den 3D Effekt nachher erleben zu können. Für das einfache Weitergeben und Mitnehmen eigenen sich vor allem die günstigen Pappbrillen. Bei Amazon.de kosten zur Zeit 10 Pappbrillen 6,39€:

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Für das eigentlich arbeiten mit den Bildern und für ein dauerhaftes Seh-Vergnügen lohnt es sich aber meist ein langlebigeres Modell aus Kunststoff zu nehmen. Ein ordentliches Model kostet 5-10€ bei Amazon:

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Die Brille könnt ihr übrigens auch mit allen 3D Filmen nutzen die für Rot-Cyan-Anaglyphenbrillen gemacht sind. Im Internet findet man einige. Oder man kann aktuelle 3D-Filme mit entsprechender Software (zum Beispiel Stereoscopic Player) in Anaglyphendarstellung anzeigen. Dies sei nur am Rande bemerkt.

Die RGB-Kanäle

Zunächst müssen die beiden Bilder in ihre RGB Kanäle zerlegt werden. Dies geht mit Bildbearbeitungssoftware recht einfach. Bei Paint Shop Pro macht dies zum Beispiel automatisch über den Reiter Bild -> Kanäle trennen -> RGB-Trennung. Photoshop hat eine ähnliche Funktion. Nun haben wir 3 Grauton-Bilder die jeweils die Kanäle Rot, Grün und Blau wiedergeben. Vom Prinzip ist das so zu verstehen als würde man zum Beispiel das Rot-Graubild als Filter vor ein rotes Licht halten. Weiß im Rot-Graubild ist hierbei Lichtdurchlässig. Je dunkelgrauer desto weniger Licht kommt durch den Filter. Auf der Leinwand erhalten wir dann die Rotlichtkomponente des Bildes. Ein weißer Bildpunkt des kompletten Bildes wird zum Beispiel von allen drei Lichtfarben angestrahlt. Dies ergibt ein weißes Licht.

Nun haben wir die Grundlage für ein tolles Anaglyphen 3D Bild. In Teil 4 erkläre ich euch, wie ihr das rechte Bild vor dem linken Auge verstecken könnt und andersherum.